Wenn ich spiele…

Selten habe ich mich so lebendig gefühlt, wie dann, wenn ich spiele.

Ich gehe auf die Bühne, schaue ins Licht oder in die Gesichter der Menschen und beginne jemand anderes zu sein.

Aber bin ich jemand anderes? Kann ich etwas darstellen, was gar nicht in mir ist?

Ich glaube: Nein. Alles was ich spiele ist irgendwo tief – mehr oder weniger – in mir.

Und wenn ich auf der Bühne bin, mich gut fühle, stark, geborgen, sicher und dann plötzlich spüre, dass ich ich selbst bin, ja sogar wie sehr ich ich selbst bin und mir so nah, wie ich es oft nicht einmal im Alltag bin, dann – glaube ich – ist es richtiges Theater. So fühlt es sich zu mindest an, dass zum Schauspielerin sein, natürlich viel, viel mehr gehört, als das, weiß ich. Aber in diesem Moment, meine ich einen Teil dessen, zu erfassen. Und das ist ein Grund, warum ich Schauspielerin sein möchte;

Dieses Gefühl, diese Erfahrung und diese Erkenntnis, nicht nur ein Mensch zu sein, sondern viele Menschen in sich zu tragen und das wirklich.

Wir werden so oft und so viel eingeschränkt in unserer Welt und auch als Individuum in so viele Rollen gepresst, dass das ein unheimliches Gefühl der Freiheit ist.

Ich spiele sehr gern für Andere, bringe Kinder und Erwachsenen gern zum lachen, möchte soziale Umstände aufzeigen, politisches Theater machen und auch einfach unterhalten. Aber ich spiele auch einfach für mich und dieses Gefühl, macht mich glücklich.

Veröffentlicht in: on 14. November 2008 at 19:57 Kommentar schreiben

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