Wochenende oder Zeit zum Schreiben

Zeit zum Heizen.
Erst in dem Wohnraum und dann in der Küche.
Dazwischen ein wenig aufräumen, ein kurzer Besuch auf einen Kaffee. Und: schreiben!

Während die Klappe meines Ofens offen ist und die vor etwa zwei Stunden aufgelegten Kohlen durchglühen, nehme ich mir vor und nach dem Anfeuern des Ofens in der Küche endlich wieder mal Zeit zum Schreiben.

Meine Ausbildung, meine verschiedenen Arbeiten, der Haushalt und andere Dinge die ich – zum Teil aus vergangenen Tagen noch – erledige, brachten mich in die Situation keine Zeit zum Schrieben zu haben, bzw. waren sie meine Priorität.

Eine Priorität für gute Noten und eine gute Ausbildung, für Geld, dass ich zum Leben und zum finanzieren dieser Ausbildung brauche und für die Ordnung in meinem Leben, welche die Basis für beides darstellt.

Ob ich nun also von einer wirklichen Priorität Sprechen kann, oder ob nicht das Leben und ich mich selbst in diese Situation gebracht habe/hatte (denn zumindest habe ich ja nun Freizeit), in der ich nun so handeln muss, ist eine der Fragen die ich mir stelle, weil mir diese Situation sehr missfällt. Die Antwort, welche ich zur Zeit darauf finde, ist: dass das Leben und ich mich in diese Situation gebracht haben, bis auf, dass mit der Ausbildung. Das ist meine freie Entscheidung und meine gewählte Priorität. Schließlich muss ich nicht ständig oder meistens Einsen Schreiben, ich könnte mich auch damit begnügen Zweien und Dreien in meinem Zeugnis stehen zu haben.
Da viele ErzieherInnen jetzt und auch in Zukunft gebraucht werden, kann ich auch nicht sagen, dass mich die gesellschaftliche Situation des Arbeitsmarktes dazu zwingen würde. Es ist meine eigene freie Entscheidung, wegen der ich nicht nur fürs Schreiben, sondern auch für viele andere Dinge keine Zeit habe und in der letzten Zeit oft nicht wusste wo mir der Kopf steht und ihn vielleicht deswegen auch manchmal vergessen habe…

Aber nun habe ich frei.
Nach einer anstrengenden Woche, viel mir Gestern bei der Arbeit ein, dass ich ja Wochenende habe und mich erholen kann, gleich gefolgt von dem Gedanken, dass ich morgen (jetzt heute) sechs Stunden von 12 bis 18 Uhr arbeiten und das restliche Wochenende für eine Klausur lernen muss. Dennoch hatte ich einen entspannten und sehr schönen Abend. Dieser wurde von einem Anruf von der Arbeit nur ein wenig gestört und als ich diese später kontaktierte, jedoch wieder um einiges verbessert.

Es kamen drei Klienten nicht und ich musste daher nicht arbeiten! So kann ich hier nun sitzen und euch ein wenig aus meinem Leben erzählen. Außerdem werde ich heute endlich meine Wohnung aufräumen und weihnachtlich Schmücken. Ich werde lernen für meine Klausur am Montag, nach einer Arbeit suchen UND – mich erholen. :-)

PS: Ich habe mir fest vorgenommen mehr und öfter zu Schreiben. Zeit zum Schreiben, ist eines der wichtigsten Dinge in Leben überhaupt. Genauso wie Zeit zum Lesen.

Ich war Gestern bei einem Weihnachts-Geschichten-Vorlesen am Kamin, und da sahs ich in einem gemütlichen alten Sessel, der mir genauso wie der Wein, die Plätzchen, die Wärme des Kamins und die Geschichten und die Stimme der Vorleserin, Ruhe und Geborgenheit schenkte. Und da wurde mir wieder einmal klar, wie wichtig und gut es ist zu schreiben und zu lesen, auch wenn ich zuhörte. …Aber das ist eine andere Geschichte.

Published in: on 11. Dezember 2010 at 14:36  Hinterlasse einen Kommentar  

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